Problem Alkohol und Auto Fahren

 
HOME Infos und Tipps
... Alkohol
... Drogen
... Punkte
... Straftaten
... Ablauf einer MPU
... Empfehlungen
Marktinstrument MPU ?
Grundlagen Füherschein
... Führerscheinklassen
... Begutachtungsstellen
Gute Vorbereitung
Vorname
Nachname
Telefon
E.Mail
Spamschutz: Tragen Sie das Ergebnis von 7 + 3 ein: =
 

Führerschein weg wegen Alkohol

Die Folgen des Entzugs Ihrer Fahrerlaubnis und insbesondere, ob Sie zur MPU müssen, richten sich nach zwei Kriterien, wenn der Grund des Entzugs der Fahrerlaubnis eine Trunkenheitsfahrt ist:

  1.  Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis früher schon einmal entzogen?
  2.  Wie hoch war die bei Ihnen gemessene Blutalkoholkonzentration (BAK)?

Die nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen eine Faustregel, in welchen Fällen eine MPU notwendig ist, um die Fahrerlaubnis wiederzuerlangen.

Erster Entzug?

BAK niedriger als 1,6 ‰ BAK zwischen 1,6 ‰ und 1,99 ‰ BAK ab 2,0 ‰
Nein

MPU nicht notwendig

Sie erhalten die Fahrerlaubnis ohne MPU nach Ablauf der Sperrfrist zurück. Tipp: Sie können sich um eine Sperrfristverkürzung von bis zu 3 Monaten bemühen. Dafür sollten Sie sich bei Ihrer Führerscheinstelle beraten lassen.

MPU notwendig

Sie können jedoch in bestimmten Fällen eine Sperrfristverkürzung um bis zu 3 Monate erreichen, wenn das dafür notwendige Gut- achten einen ent- sprechenden Modell- kurs (MAINZ 77 oder IRAK) empfiehlt. In der Regel erhalten Sie Informationen bei Ihrer Führerscheinstelle, welche mit dieser Maßnahme einver- standen sein muß.

MPU notwendig

Sie können frühestens 3 Monate vor Ende der Sperrfrist einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen

Erste Schritte nach dem Entzug der Fahrerlaubnis

Zunächst einmal sollten Sie sich schonungslos darüber klar werden, ob Ihr Alkoholkonsum schon längere Zeit zu hoch ist und Sie dadurch mit der Zeit die Kontrolle über das Trinken verloren haben.

Es ist davon auszugehen, dass regelmäßiger,  ggf. täglicher Konsum von 40 Gramm und mehr an Alkohol oder auch mehrfacher wöchentlicher Konsum mit Mengen ab 60 Gramm (3 Flaschen Bier) zu einem riskanten Alkoholkonsum führen. Hier zeigt sich der Gewöhnungsgrad, der fast immer in Verbindung mit Ihrem eigenen Lebensstil steht.

Alkoholmengen ab 1.4‰ sind Mengen, die nur dann getrunken werden können, wenn eine gewissen Trinkfestigkeit (Alkoholgewöhnung) sich eingestellt hat. Wir sprechen dann von KONTROLLVERLUST.

Zunächst einmal sollten Sie eine absolute Trinkpause machen, das heisst, auf jeglichen Konsum von Alkohol oder auch "Kleinstmengen" von Alkohol (so z. B. Mon Cherie oder Radler) und ggf. auch auf sogenannte "entalkoholisierte” Alkoholgetränke verzichten.

Wenn Sie in eine MPU müssen sind zwei Themenstellungen zu beachten:
   
1. Abstinenz
2. kontrollierter zukünftiger Alkoholkonsum

Zu 1.:
Abstinenz ist grundsätzlich zu empfehlen, wenn die konsumierten Alkoholmengen höher als 3 Bier täglich oder höhere Mengen bei einem Trinkanlass waren. Auch das Alter spielt eine Rolle. Sind Sie älter als 30 Jahre und  haben Sie eine BAK von mehr als 1,6‰ , dann rate ich Ihnen zur Abstinenz.

Abstinenznachweis:

Heute nur noch mit EtG-Urinscreening.
Informieren Sie sich dazu  bei Ihrer Führerscheinstelle.

Im Ostalbkreis bekommen Sie vertragliche Vereinbarungen zu Urinscreenings bei mir oder im Labor Van de Loo.
Im Kreis Göppingen werden  Urinscreenings (auch über mich oder die Führerscheinstelle) durch das Gesundheitsamt angeboten.
In Mecklenburg-Vorpommern fragen Sie wegen Urinscreenings bitte bei den Führerscheinstellen oder den Medizinisch-Psychologischen Instituten nach.

Es sollten mindestens 4 Screenings in 6 Monaten vereinbart werden. Oft ist diese Abstinenzzeit zu kurz. Da die Begutachtungsleitlinien eine (in der Regel) einjährige Abstinenzzeit (die grundsätzlich nur durch EtG-Screening zu belegen ist) verlangen, sind bei höherer BAK (immer ab 2‰) 6 Screenings in 12 Monaten richtiger.

Zu 2.:
Kontrolliertes Trinken (Hypothese A3 / Alkoholgefährdung) kann ich nur Jüngeren bis maximal 30 Jahren empfehlen, deren BAK unter 2,0‰ lag oder die 2 Alkoholfahrten unter 1,6‰ hatten.
Ansonsten beachten Sie bitte auch die gesetzlichen Regeln zur Sperrfrist-verkürzung. Nach diesen kann Ihre Abstinenz auch durch monatlich erhobene Leberwerte/Labormarker (GAMMA-GT und CDT) belegt werden. Eine durch EtG-Urinscreening belegte längere Trinkpause ist ebenfalls vorstellbar.

Sie sollten sich jedoch grundsätzlich mit Ihrem Alkoholkonsum, der entweder zu einer Alkoholgefährdung (Hypothese A3) oder zu chronischem Alkoholmissbrauch mit dauerhaftem Kontrollverlust (Hypothese A2) zuzuordnen ist, unter fachlich qualifizierter Begleitung auseinander setzen. Lassen Sie sich nur von Fachleuten beraten. Fachleute sind ausgebildete, suchterfahrene Diplomsozialpädagogen und Diplompsychologen. Diese finden Sie entweder frei niedergelassen oder bei Suchtberatungsstellen. Einige Begutachtungsanbieter haben auch Tochterfirmen mit Schulungsangeboten. Diese sind für Maßnahmen und Schulungen nach dem Kriterium A3 ausreichend, weil sie in der Regel auch §70-Kurse FEV anbieten.

Sogenannte MPU-Basiskurse (z. B. an einem Tag) sind in der Regel nicht ausreichend und meistens ungeeignet

"Informations- und Motivationskurse" (z. B. bei den Suchtberatungsstellen) greifen vielfach zu kurz, sind aber in Verbindung mit weiterer oder vorheriger Individualberatung (mehrere Sitzungen) durchaus eine qualifizierte Maßnahme, die das Risiko in der MPU mindert.

Haben Sie oder hatten Sie (fremddiagnostisch festgestellt) eine Suchterkrankung, gilt die Hypothese A1. Dann ist eine Suchttherapie stationär oder ambulant zu empfehlen. Die Abstinenzzeit sollte belegbar deutlich länger als 1 Jahr (ich empfehle 18 Monate) sein. Bei einer schon längere Zeit zurück  liegenden Alkoholerkrankung (länger als 12 Monate) ist ebenfalls Abstinenz zu belegen. Auch hier ist die belegbare Abstinenzzeit mindestens 12 Monate lang. Eine therapeutische Beratung z. B. bei mir ist empfehlenswert.

Screeningwerte:
Ethyglucuronid unter 100, Kreatinin über 20
Achten Sie bitte darauf, dass Sie nur normale Wassermengen zu sich nehmen, sonst "verwässern" Sie das Screening und es ist nicht verwertbar (Kreatininwert ist dann <20). Ein zu hoher Kreatininwert ist in der Regel unbedenklich.

Sperrfrist nutzen:
Gehen Sie so früh als möglich in fachlich qualifizierte Beratung, beginnen Sie so früh wie möglich mit dem Abstinenzcheck, beginnen Sie so früh wie möglich mit den Leberwerten (nur bei Alkoholgefährdung).